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© 2002 - 2026
Adventures Unlimited
Hersteller: Nucleosys
Vertrieb: Rondomedia
Steuerung: Maus
Systemanforderungen: Win 98/2000/ME/XP / Pentium II 1 GHz / 128 MB RAM / 16 MB Grafikkarte / ca. 500 MB Festplatte
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Offizielle Webseite: -
Original [2006] | Directors Cut [2007]

Gruseln im Adventure-Genre ist so selten geworden, wie einen Fisch in der Wüste vorzufinden. Entwickler 'Nucleosys' und Vertreiber 'rondomedia' möchten nun der Grusel-Diät endlich ein Ende setzen. Wie gut sie sich dabei gemacht haben, erfahrt Ihr in den kommenden Zeilen.

Michael Arthate ist ein erfolgreicher Schriftsteller, wurde doch sein letztes Buch zum Bestseller. Um sich, für sein neuestes Werk, direkt in den von ihm geschaffenen Charakter hineinversetzen können, bittet er seinen langjährigen, guten Freund, den Immobilienmakler Jerry, für ihn ein angemessenes, verlassenes Anwesen zu suchen - weit entfernt von jedweder Zivilisation. Der gute Jerry wird auch fündig und nistet Michael im Blackwood Manor ein. Anfangs ist der Schreiberling von dem Haus mehr als begeistert, fühlt sich inspiriert. Doch das Anwesen hatte seit vielen Jahren keinen Besitzer mehr, dennoch ist es vollkommen möbliert und überall liegen Aufzeichnungen der früheren Bewohner. Wen wundert es da, dass Michael sich gern etwas genauer umsieht? Doch bereits die ersten Schriften und Aufzeichnungen lassen nichts Gutes verheißen, denn den Blackwoods scheint, vor vielen Jahren, einiges zugestoßen zu sein. Immer mehr interessiert sich Michael weniger für seine eigene Arbeit als für die Umstände, die zu einem leeren Herrenhaus geführt haben. Als er dann auch noch eines Nachts aufwacht, Trommeln und Kratzgeräusche wahrnimmt, besteht für ihn kein Zweifel mehr, dass etwas Schreckliches damals vorgefallen sein muss - und er ist mittendrin …
Das Gesehene …
… hat uns gut gefallen. Die Orte, vor allem im inneren des Hauses, wirkten detailreich, sehr düster und verdreckt. So wurde eine glaubhafte - wenn auch recht leblose - Atmosphäre geschaffen, in der sich der Spieler in der 1st-Person-Perspektive durch die Räume klickt. Dabei kann man sich 360-Grad umsehen und hat immer den Überblick. Auch merkt sich das Programm, beim Weitergehen, den zuletzt gewählten Sichtwinkel, was die Orientierung nochmals erleichtert. Einzig und allein die Animationen beim Öffnen der zahlreichen Türen im Haus, schien zu Beginn eher lästig zu sein. Doch im Verlaufe des Adventures wurde gerade diese Animation gekonnt eingesetzt, und man ahnt, dass beim Öffnen der Türen plötzlich etwas durch den Spalt zu erkennen sein könnte. Besonders gruselig, wenn Michael nachts, durch Geräusche erwacht und im Dunkeln das Haus erkundet.
Atmosphäre pur!
Die Grafik mag ihren Anteil haben, dennoch merkt man schnell, dass das Gruselflair vor allem durch den hervorragenden Soundtrack und die zahlreichen Sound-FX erreicht wurde. Vor dem Testen hätten wir niemals erwartet, dass uns ein 1st-Person-Adventure wirklich das Gruseln beibringen könnte, aber 'Scratches' packt das ganz locker. Das Spiel nachts zu spielen, bei lauter Musikanlage gleicht dem Flair beim Sehen eines Stephen-King-Filmes. Dennoch muss man weiterspielen, denn die Story treibt den Spieler mehr und mehr an und zieht den schlichtweg in seinen Bann.

Insgesamt müssen drei Tage auf Blackwood Manor durch gestanden werden. Beginnt die Musik an Tag eins noch geruhsam, so steigert sich das Thema im Laufe der Zeit und wird immer dunkler und bedrohlicher. An besonders "speziellen" Orten, wie etwa einem alten, verdrecktem Keller gibt's spezielle Geräuschmusik, die aus der besagten Örtlichkeit schnell ein Ort des Schauderns machen kann, wo man sich jeden Klick zweimal überlegt. Hut ab, so hätten wir das niemals erwartet! Aber, das ist noch nicht alles: Wer an seinem PC eine üppige 5.1-Surround-Anlage gekoppelt hat, der darf sich auf das zuschaltbare Feature freuen, welches das 100% unterstützt und das Gruseln auf alle Boxen verteilt. Ganz klare Empfehlung von uns!!

In die Riege "sinnloseste Einsparung" hingegen, fällt das nicht gerade üppige Erklingen der professionellen Sprachausgabe. Die gibt's nämlich lediglich bei den zahlreichen Telefonaten zu hören. Alle anderen Texte im Spiel wurden nicht vertont, was schade ist. Denn die Sprecher sind top. So wird Michael Arthate von Marcus Off gesprochen, der aus dem Blockbuster 'Fluch der Karibik' bekannt sein könnte, da er dort Johnny Depp synchronisierte. Aber auch die anderen Redner brauchen sich nicht zu verstecken.
Was passierte der Blackwood-Familie?
Dieser Frage geht man von der ersten, bis wahrlich zur letzten Sekunde des Adventures nach. Auf dem Weg dahin gilt es aber zahlreiche Rätsel zu lösen. Für Logik-Rätsel-Feinde: Es gibt gerade einmal ein echtes Logikrätsel, bei welchem man die Kombination einer verschlossenen Box herausfinden muss. Ansonsten heißt es, sich durch das Haus zu klicken, die zahllosen Tagebücher, Briefe oder anderen Aufzeichnungen nach der Wahrheit durchzuforsten, Gegenstände aufzunehmen und diese richtig einzusetzen. Im Laufe des Spieles füllt sich zwar das Inventar stetig, bleibt aber dennoch übersichtlich. Einzig störend: Bereits kurz nach dem Ankommen auf Blackwood Manor haben wir uns rangemacht, das komplette Anwesen, nach brauchbaren Gegenständen, zu durchsuchen. Als wir dann aber beauftragt werden, eine Kerze zu suchen, mussten wir erneut die komplette Bude auf den Kopf stellen, bevor es endlich weitergehen konnte.
Gruseln a la Stephen King …
Keine Frage, 'Scratches' ist das wohl schaurig-schönste Grusel-Adventure der letzten Jahre und das liegt nicht nur an der mangelnden Konkurrenz. Für alle, denen mal wieder ein eiskalter Schauer über den Rücken laufen soll, genau das richtige Spiel. Uns hat es jedenfalls von Anfang bis Ende gefesselt - ganz klare Kaufempfehlung!

[ 06.03.2006 ]

Nachtrag zum Directors Cut
Vor anderthalb Jahr lüfteten wir in der Haut des Autoren Michael Arthate das mysteriöse Geheimnis des Black Manor-Anwesens. Entwickler 'Nucleosys' hat das aber noch nicht gereicht. Sie wollten, dass das Erlebnis für den Spieler noch intensiver werden sollte. Der nun veröffentlichte Directors Cut bietet aus diesem Grund nicht nur neue grafische Features, sondern auch ein weiteres Kapitel.

Wir erinnern uns: Michael Arthate, berühmter Autor für Grusel-Schmöker, wollte sich von der Welt abgeschnitten, seinem neuesten Buch widmen. Als Inspiration zog er in ein verlassenes Anwesen. Doch dort übermannte ihn die Neugier und er betrieb Nachforschungen, was mit den ursprünglichen Eigentümern geschah und deckte gruselige Sachverhalte auf. Ohne zu viel zu verraten, überlebte er die Ereignisse.
6 Jahre später …
Das Anwesen stand seit der panischen Flucht Michaels jahrelang leer. Da sich kein weiterer Käufer mehr zu finden scheint, wird beschlossen, das alte Herrenhaus dem Erdboden gleich zu machen und abzureißen. Leider ranken sich noch immer zahllose Gerüchte, rund um die Ereignisse, die Michael Arthate einst zugestoßen sind. Der hat sich leider völlig zurückgezogen und niemals mit der Presse über das Geschehene gesprochen. So hat die nur eine Wahl, nämlich vor dem geplanten Abriss des Gebäudes einen Reporter dorthin zu schicken, der sich das Ganze einmal aus der Nähe anschaut. Der findet die baldige Ruine völlig verwüstet und geplündert vor und watet nun in rund 30 Minuten Spielzeit auf den Pfaden seines Vorgängers.
Das Original im Directors Cut
Doch haben sich die Entwickler nicht nur dazu durchgerungen, dem Spieler ein weiteres Kapital zu spendieren, sondern wurde auch die originale Erfahrung noch einmal aufgewertet. Das betrifft vor allem grafische Features, wie neue Wettereffekte, um das bisher schon schaurig schöne Erlebnis noch düsterer wirken zu lassen. Obendrein hat man das Script selbst ebenso nicht unberührt gelassen und spezielle Schlüsselszenen noch einmal erweitert, verbessert, sowie eine alternative End-Sequenz spendiert. Auch hat man sich im neuen, sechsten Kapital der Kritik der Presse angenommen und dieses nun vollkommen vertont. Damit sind also nicht nur wichtige Gespräche mit einem sprachlichen Dialog versehen. Wünschenswert wäre das natürlich auch für das komplette originale Abenteuer gewesen. Immerhin sprach dort Michael Off den Hauptcharakter ausschließlich in wichtigen Szenen. Ansonsten musste der Spieler sich mit den Untertiteln begnügen. Im neuen Kapitel wurde zwar keine Prominenz, was aufgrund der kurzen Spielzeit sicherlich auch kaum eine Rolle spielen würde, an die Mikros gebeten, dennoch ist natürlich das gesprochene Wort wieder 1A vertont.
Wer's jetzt noch nicht kauft, ist selbst Schuld!
Da uns bereits das Original faszinierte, können wir auch für die überarbeitete Version erneut eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen. Die Entwickler haben es wirklich geschafft, das Grusel-Flair noch einmal zu verstärken und wie wir uns erinnern, war das bereits in der ersten Kaufversion perfekt umgesetzt. Ist das Spiel aber für Käufer dieser zu empfehlen? Das neue Kapitel sechs bietet zwar einen neuen Schock-Effekt, ist aber einfach zu kurz, um eine Neuanschaffung zu rechtfertigen. Ebenso sind die grafischen und skripttechnischen Erweiterungen sicherlich schicker anzusehen, doch ist das ebenso für die Spielerfahrung nicht relevant genug. Daher gibt's von uns eine Kaufempfehlung für alle die, die das Original besitzen und einfach mehr wollen. Immerhin bildet das neue Kapital einen runden Abschluss. Sämtliche Abenteurer unter Euch, die sich bislang noch nicht im Blackwood Manor gegruselt haben und das 16. Lebensjahr vollendet haben, können und sollten auch zugreifen! Denn wer sich gruseln will, liegt mit einem Besuch in dem alten Herrenhaus immer noch absolut goldrichtig!

[ 26.10.2007 ]


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