
| Hersteller: | FunCom |
| Vertrieb: | dtp |
| Steuerung: | Maus & Tastatur |
| Systemanforderungen: | Win 2000/XP / Pentium IV 1,6 GHz / 256 MB RAM / 64 MB 3D-Grafikkarte / ca. 4 GB Festplatte |
| USK: | Freigegeben ab 12 Jahren |
| Offizielle Webseite: | www.dreamfall-game.de |
Drei Helden, drei Sichtweisen, zwei Welten, eine Geschichte
Zu Beginn des Abenteuers verweilt man an der Seite von Zoë, doch im Laufe des Geschehens schlüpft man abwechselnd in die Rollen der beiden weiteren Protagonisten April Ryan, der Heldin aus Teil eins, und Kian, einem Soldaten, Apostel und Attentäter. Alle drei haben verschiedene Anteile an der Geschichte und könnten selbst kaum verschiedener sein: Während Zoë eine junge Studentin aus der realen Welt Stark ist, hat April sich vollends von dieser abgekapselt und führt einen Rebellentrupp gegen die Azadi, welche die Menschen in Arcadia unterdrücken. Kian ist widerrum Azadi und dient seinen Führern blind und ohne Fragen zu stellen. Er hat den geringsten, aber nicht weniger unwichtigen, Anteil an der Geschichte. Hauptsächlich teilen sich die jedoch April und Zoë.
Atemberaubende Atmosphäre
Von Anfang an ist man von Atmosphäre der 'The Longest Journey'-Fortsetzung gefangen. Selten haben wir derart viel Liebe zum Detail erlebt. Die beiden Welten sehen schier großartig aus und laden einfach zum Erkunden ein. Sowohl in Stark wie auch in Arcadia kommt man auf dem Globus viel herum. Dabei erstrahlt jeder Ort mit einer unglaublichen Liebe zum Detail, bei der man manchmal vergisst, dass es sich nicht um vorgerenderte Grafiken handelt. Aber nicht nur die Grafik wurde deutlich ausgebaut, auch das Umfeld von Zoë schließt man schnell ins Herz: Daheim oder mittels Handy steht man ständig in Kontakt zu Bekannten, erhält Anrufe, SMS oder Voice Mails - das schafft zusätzlich Atmosphäre und man lernt die Charaktere besser kennen.
Hörgenuss auf höchstem Niveau
Der Soundtrack zu 'Dreamfall' gleicht dem eines Blockbuster-Movies. Ob orchestrale Untermalung, die sich dem Gesehenen anpasst oder gesungene Musikstücke - alles ist dabei und klingt auch noch richtig gut. Nebenbei gleich eine klare Empfehlung für den Soundtrack. Die Sound-FX sind ebenfalls auf gleicher Höhe und bieten räumliche Klänge. Bei der ganzen Qualität ist natürlich ebenso die deutsche Vertonung - dtp-typisch - gelungen und sogar absolut lippensynchron, was vor allem in den Nahaufnahmen, bei Gesprächen, sehr gut zur Geltung kommt. Bei den Sprechern bediente man sich bereits bekannter Prominenz: So wird Zoë von der "deutschen" Angelina Jolie (Marion von Stengel), Kian von Runaways Brian Basco (Christian Stark) und April ist sogar ihrer Linie treu geblieben und wurde erneut von Stefanie Kindermann gesprochen, welche dies bereits im Vorgänger tat. Wieder einmal eine Vertonung auf ganz hohem Level, in lupenreiner Hörspielqualität.
"Welcome to the real world"
Obwohl man viel auf den beiden Parallelgloben umherstreift, werden die Fußmärsche niemals zu langwierig. Immer ist alles irgendwie in der Nähe und gut aufeinander abgestimmt. Das gilt im Übrigen auch für die Rätsel: Die sind allerdings schlichtweg zu leicht und sollten selbst Anfängern keine einzige Kopfnuss bieten. Der Vorteil hierbei ist natürlich, dass man sich voll und ganz auf den spannenden und filmreif inszenierten Plot konzentrieren kann. Selbige Einfachheit gilt auch für die logischen Rätsel: Gegner dieser Puzzles werden nichts zu schimpfen haben, da diese derart simpel zu lösen sind, dass man sie auch fast hätte weglassen können: Beispielsweise sind auf einem Panel verschiedene grafische Muster zu erkennen, auf dem man immer ein bestimmtes anwählen muss. Dies wiederholt sich mehrmals und ist, trotz tickender Uhr im Hintergrund, oft weit vor dem Ablauf dieser gelöst.
Maus und Tastatur im Dauereinsatz
Die Steuerung funktioniert als gute Mischung aus Computernager und Tastenwerk. Auch wenn man sich etwas an die anfangs gewöhnungsbedürftige Führung des Charakters gewöhnen muss, geht dies nach einer halben Stunde Spielzeit in die Routine über. Lediglich das Kampfsystem hätte besser ausfallen können. Ja, auch das Schwert oder die Fäuste müssen hier und da zum Einsatz gebracht werden. Hierbei ist Steuerung allerdings viel zu träge. Bloß gut, dass solche Kampfszenen eher die Seltenheit darstellen. Oft kann man sich mit verschiedenen Lösungswegen um eben solche mogeln. Ein Beispiel: In einem alten (sehr bekannten) heruntergekommenen Hotel treffen wir plötzlich auf einen unfreundlichen Hausbewohner. Zoë kann ihm entweder eine auf die Nase geben, sich mit einer List an ihm vorbei schleichen oder gekonnt überreden, um das Gebäude weiter zu erforschen. Schade: Die versprochene Interaktivität des Spieles ist sehr halbherzig umgesetzt. Man mag zwar verschiedene Lösungsmöglichkeiten zur Auswahl haben, doch haben die im Grunde keinen oder kaum nennenswerte Auswirkungen auf den weiteren Handlungsverlauf. Da wurde im Vorfeld mehr versprochen.
'Dreamfall' ist ein Muss!!!
Als Liebhaber der absolut gelungenen, ersten Reise, an der Seite von April, haben wir sehnendlich auf die Fortsetzung gewartet … und wurden nicht eine Sekunde enttäuscht. Auch, wenn wir bei den ersten Ankündigungen sehr skeptisch reagierten, das Adventure nun in 3D bestreiten zu müssen, ist diese Skepsis nun spurlos verschwunden: 'Dreamfall' ist ein durch und durch geniales Abenteuer, das jeder einmal mitgemacht haben muss. Eine absolut uneingeschränkte Kaufempfehlung gibt es dafür von uns. Kenner des ersten Teiles dürfen sich außerdem auf zahlreiche Widersehen mit bekannten Orten und Charakteren freuen.
[ 04.06.2006 ]




































