| Hersteller:
| Adventuresoft
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| Vertrieb:
| Vivendi Universal Games
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| Steuerung:
| Maus
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| Systemanforderungen:
| Win 95/98 / Pentium 233 MHz / 64 MB RAM / 3D-Grafikkarte 4 MB RAM / ca. 300 MB Festplatte
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| USK:
| Freigegebe ab 6 Jahren
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| Kompatibilität:
| GOG
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| Deutsch:
| Komplett
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Selten hatte ein Spiel derartige Verspätungen wie 'Simon 3D'. In zahlreichen Previews vieler Zeitschriften sahen die ersten Sreenshots sehr vielversprechend aus. Von einer neuartigen und leistungsfähigen Engine war hier die Rede. Effektvolle Lichtbrechungen auf den Screenshots ließen die Fans auf ein Adventure der Extraklasse hoffen. Simon wächst aus der 2D-Welt in eine völlig neue 3D-Umgebung. Doch konnte das Spiel den Erwartungen der User auch wirklich gerecht werden?

Der dritte Teil der Simon-Saga knüpft nahtlos an dessen Vorgänger an. Sordid, der üble böse Zauberer, den Simon im ersten Teil einen eleganten Schubs in das heiße "Nass" verpasste, raubte am Ende des zweiten Teiles - mittels einer Maschine - Simons Körper. Mit ihm reiste er zurück in unsere Welt, um dort die Herrschaft an sich zu reißen. Na klingelt's? Wie dem auch sei befindet sich unser arroganter und vorlauter Held Simon noch immer in der Apparatur von Sordid gefangen. Der kommt gerade von seinem Schreckenzug von der Erde zurück und beschließt, den von seinem Gehilfen Runt gebauten neuen Körper auszuprobieren. Inmitten dieser Geschehnisse gelingt es dem altbekannten Calypso und seiner Enkelin Melissa, den guten Simon wieder in seinen eigenen Körper zu verfrachten. Was, so einfach? Da wartet man zig Jahre und das war's schon? Nun ja, nicht ganz. Simon findet sich in einem Tempel wieder und hat nun erst einmal die Aufgabe, den Ausgang zu finden. Dabei lernt er eine kleine Fee kennen, die ihm mit Rat und Tat hilfreich zur Seite steht. Jedoch ist Simons Seelenwandel in seinen Körper noch nicht vollständig. Er muss erst warten, bis ein geweihter Pfirsich reif ist. Erst dann erhält er einen Brief von Calypso, in welchem geschrieben steht, dass er nach Poliganis kommen sollte. Logisch, dass er dafür wieder viele Hindernisse in Kauf nehmen muss. Die Fee an seiner Seite sorgt jedoch durch lustige Gespräche mit Simon allein schon für viel Abwechslung und Lacher. Spätestens hier erkennt man, dass die neue Umgebung keinen Einfluss auf Simons schwarzen Humor hatte.
Doch die große Veränderung der Grafik von 2D in 3D ist nicht so ganz gelungen als erstmalig versprochen wurde. Durch die lange Verspätung des Spieles sieht die ohnehin schon nicht so gut aussehende Grafik durch diverse Konkurrenzprodukte noch schlechter aus. Die Figuren wurden völlig lieblos zusammengebaut und man könnte glatt denken, die Firma hat einen Werbevertrag mit 'Lego' abgeschlossen. Des weiteren existieren nun zwar viele große Orte, wie Städte und dergleichen, doch sind sie einfach völlig unbelebt und einfach nur unansehnlich - von der Kollisionsabfrage ganz zu schweigen. Man glaubt nach längerem Spielen, dass das Hängen bleiben an Grafiken vielleicht auch Rätsel sind, die man lösen muss: "Wie komme ich hier nur wieder weg?" Des Rätsels Lösung ist der dringend erforderlich Patch, den man auf der offiziellen Seite des Spieles bekommt, jedoch ist damit noch nicht alles behoben.
Ein weitere großer Nachteil der völligen 3D-Welt sind die ellenlange und teils auch sinnlosen Fußmärsche. Okay, es gibt zwar sogenannte Teleportationstelefonzellen, die Simon von A nach B bringen, doch bleibt dennoch genug für abgelaufene Schuhsohlen übrig.
Sound und Musik sind von guter Qualität und auch die Sprecher sind gut gewählt wurden. Ebenfalls keine Kritik gibt es für die gelungenen Musikstücke, die eigentlich keine Sehnsüchte aufkommen lassen dürften.
Simon in der dritten Dimension ist von der Story her ein geglücktes Spiel, jedoch weiß die Grafik viel Motivation wieder zunichte zu machen. Dies ist besonders ärgerlich, wenn Gerüchten zufolge ein fast fertiges 'Simon the Sorcerer III' in 2D auf den verstaubten Festplatten von 'Adventuresoft' existieren soll. Diese ginge aber vollkommen andere Wege mit der Story, als der erschiene 3D-Teil. Gründe für die Nichtveröffentlichung von 'Simon III 2D' war eine unüberwindliche Hürde ungewillter Publisher, die einfach kein 2D-Adventure vermarkten wollten, weil 3D ja bekanntlich die Zukunft sei. Ob dieser Weg so clever war, bleibt angesichts der dermaßen verdorbenen Grafik von 'Simon 3D' mehr als fraglich, welcher wirklich nur für echte Fans genug Motivation bietet, die Lösung anzugehen.
[ Klassiker-Test ]