
Hersteller: | Kheops Studios |
Vertrieb: | Flashpoint |
Steuerung: | Maus |
Systemanforderungen: | Win 98/2000/ME/XP / Pentium III 800 MHz / 64 MB RAM / 3D-Grafikkarte 64 MB RAM / ca. 1 GB Festplatte |
USK: | Freigabe ohne Alterbeschränkung |
Offizielle Webseite: | - |
Rätselmassen
Leider bietet die Geschichte nicht viel Tiefgang und die Meiste Zeit klickt man sich nur von einem Rätsel zum nächsten. Diese sind dafür aber recht zahlreich vertreten und praktisch überall gibt es Gegenstände, die man aufnehmen und benutzen kann. Nur mit logischem Verstand geht es in 'Das Geheimnis der vergessenen Höhle' voran. Denn es ist auf Anhieb hier und da nicht leicht, von unserer hochtechnisierten auf eine derart simple Welt umzudenken. Unserer Meinung nach ist das auch der eigentliche Reiz des Adventures. Es zeigt sehr detailliert die Komplexität des "damaligen" Lebens und mit welch' einfachen Mitteln man sich zu verteidigen und seine Existenz zu sichern wusste.


Toll …
Absolut nichts zu meckern gibt es bei der ansehnlichen Grafik, die beinahe fotorealistisch die steinzeitliche Welt auf den Monitor projiziert. Das fängt schon mit der monströsen Auflösung von satten 1024x768 Bildpunkten an und endet bei 360-Grad-Bewegungen, die zum einen ein Gefühl der Freiheit, zum anderen dem Spiel viel Atmosphäre geben. Seit 'Myst IV' hat uns da nichts so sehr begeistert. Hier muss sich keinesfalls vor der Konkurrenz versteckt werden. Die Zwischenanimationen sind ebenfalls von hohem Kaliber, wenn auch die Charaktere und Lebewesen mehr schlecht als recht animiert wurden, ist aber für den Spielspaß im Grunde ohne jedweden Belang.
Ebenso eine tolle Sache ist die sehr umfangreiche Enzyklopädie, die sich mit dem Fortlaufen des Abenteuers stetig erweitert und viele Informationen zu einer Zeit bieten, die man sich sonst nur vorstellen kann. Im Zusammenhang mit der tollen Grafik ist das praktisch die Steinzeit zum Erleben. Gerade für wissensdurstige Hobby-Archäologen genau das Richtige.
… nicht so toll
Die Sprachausgabe ist leider nur von durchschnittlichem Niveau. Das Gesprochene gefällt nach Konkurrenz-Top-Titeln eher weniger. Es wirkt einfach zu langweilig und abgelesen, was uns der Protagonist und die NPCs sagen wollen. Wir finden das eher sehr bedauerlich, zumal - im Gegensatz dazu - die Soundeffekte wieder mit hoher Qualität und Räumlichkeit realistische Atmosphäre aufbauen.
Der Kampf gegen wilde Tiere, welche das steinzeitliche Leben stark beeinflusste, wurde auf sehr unkonventionelle Art gelöst, die schlichtweg total langweilig ist: Anstatt gegen die Tiere zu kämpfen oder irgendwelche relevanten Puzzle in dieser Richtung zu lösen, steht man vor einem animierten Wandgemälde, auf dem Strichmännchen und Strichgegner aufgemalt sind und klickt nun verschiedene Strategien durch, die die Strichzeichnungen dann ausführen. Dies macht man solange, bis letzten Endes das gewünschte Resultat erreicht wurde. Die eigentlichen Aktionen entfallen aber, sobald der Schlachtplan ausgearbeitet wurde, denn dann sieht man entweder eine kurze Sequenz oder nur noch das Ergebnis seiner Bemühungen.


Steinzeiterfahrung mal ganz anders
Unserer Meinung nach ist 'Das Geheimnis der vergessenen Höhle' eine interessante Reise in eine uns fremde Welt. Sich mit einfachsten Mitteln durchzuschlagen dürfte vor allem für Knobelfans eine anregende Alternative für "normale" Adventure-Spiele sein. Die Enzyklopädie ist als nettes Zusatz-Feature hervorragend, wenngleich natürlich das Spiel neben steinzeitlichem Realismus auch eine handvoll Fiktion mit einfließen lässt. Besagte Mischung ist aber gelungen. Lediglich das Manko mit der Sprachausgabe hätte nicht sein müssen. Nach so viel Publikationen von 'Dreamcatcher / The Adventure Company' sollte man doch allmählich wirklich gelernt haben, dass eine gekonnte und professionelle Sprachausgabe bereits die "halbe Miete" ist. Fazit: Wer Interesse an dem ungewöhnlichen Thema des Spieles hat und auf viel Denksport fürs Geld steht, dem sei das Spiel zu empfehlen. Alle anderen sollten sich vorher die Demoversion etwas genauer ansehen.
